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AWE in Eisenach – Museum und Fotoshooting

Anfang März war ich in Eisenach unterwegs. Genauer gesagt für Fotoarbeiten auf dem ehemaligen AWE-Werksgelände. Na ja, zumindest was davon noch übrig ist. Soweit ich das überblicken konnte, sind das noch genau vier Gebäude.

Das Haupttor, das Verwaltungsgebäude (heute Museum), die Ostkantine und daneben die Werkshalle. Mein Fotospezi Marcel hatte einen Fotoauftrag für ein Magazin und ich war mit meinem Equipment als “Lichtguide“ dabei.

Sonderausstellung Hans Fleischer

Das gab uns die Möglichkeit einen Blick ins AWE Museum Automobile Welt Eisenach zu werfen. Sowas lass ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Spannend war dabei auch eine derzeitige Sonderausstellung des Karosseriedesigners Hans Fleischer. Dadurch konnte ich einen Bruchteil von ihm und seiner Arbeit als kreativer Designer und Mensch sehen. Mega-spannend wie Fleischer noch vor dem 2. Weltkrieg gelebt und gearbeitet hat. Woher er seine Inspiration nahm, was er in sein akribisch geführtes Tagebuch geschrieben hat, mit welchen Materialien und Werkzeugen er gearbeitet hat. Als Kreativer finde ich solche kleinen Einblicke extrem interessant. Und erst recht wenn sich dabei alles um Automobile, Zeichnen, Fotografie, usw. dreht. Die Sonderausstellung ist erst vor kurzen eröffnet worden und geht noch bis Ende Oktober 2019.

Das AWE-Museum ist jetzt nicht so ultra-groß. Allerdings lohnt sich ein Besuch alle mal. Wenn man die Möglichkeit bekommt in die Ostkantine zu gelangen, dann sollte man dies auch nutzen. Dort steht ein weiterer Teil der Sammlung. Da würde ich aber empfehlen, sich vorher schlau zu machen und evtl. direkt nachzufragen in wie fern das überhaupt möglich ist. Das aber nur als Randnotiz!

AWE-Geschichte spürbar erleben

Der zweite Teil der Fotoarbeit bescherte uns ein weiteres Highlight. Und zwar durften wir Zugang zur alten Werkshalle bekommen. Ich behaupte ganz einfach mal, es war ein recht exklusives Vergnügen diese Location zu betreten. Ersten schon allein wegen der Automobilbau-Geschichte die damit verbunden ist. Und zweitens ist die Halle dem Verfall preisgegeben und nicht wirklich zugänglich. Die Halle ist verschlossen und mit einem Zaun umgeben. Im Normalfall unmöglich dort reinzukommen.

Wartburg-Werk-AWE

Man betritt also schon mit großem Respekt und leicht ehrfürchtig diesen Ort. Zumindest war das bei mir der Fall. Man sieht vor seinen Augen die Arbeiter die dort täglich durch die Tür gegangen und zu ihren Arbeitsplätzen an die Maschinen marschiert sind. Dort ging es bestimmt recht laut und betriebsam zu. Ich sehe die Wartburg Rohkarossen an mir auf einem Band vorbei ziehen und Arbeiter in ihren Blaumännern werkeln und wuseln in einer Geräuschkulisse aus Arbeitergeschrei, Radiomusik  und Maschinenlärm. Es riecht nach Metall, nach Blechbearbeitung, Schweißarbeiten und sonst was.

Die Beleuchtung strahlt nur die einzelnen Gänge aus und das restliche Licht kommt durch die großen Fenster in die Halle. Ich stelle mir die Fragen: Was muss das für ein Gefühl gewesen sein, für die Menschen die Tag für Tag hier zu Arbeitet gegangen sind? Hat die Arbeit Spaß gemacht? War man stolz ein Teil der AWE-Belegschaft und im Automobilbau tätig gewesen zu sein? War das Arbeiten leicht oder echte Knochenarbeit? Wie müssen sich die Menschen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks Anfang der 90er Jahre und damit dem Ende der Wartburgproduktion gefühlt haben?

Wartburg-Werksgelände-Eisenach

Fotos in genialer Kulisse

Ok, genug geträumt. Zurück im Hier und Jetzt. Die Zeit lässt sich nicht mehr zurück drehen. Mittlerweile sind auch alle Beteiligten zum Fotoshooting eingetroffen. Die Sonne ist untergegangen, draußen ist es dunkel geworden. In der Halle ebenso. Wir bauen unser Set in dieser traumhaften Location auf und besorgen uns Strom.  Danach arbeiten wir uns an die einzelnen Einstellungen und Motive ran. Ein paar Stunden später ist alles im Kasten. Wir packen unseren Kram zusammen. Nach der Arbeit ist man naturgemäß hungrig. Also ab in die Innenstadt und in das gemütliche italienische Restaurant Trattoria La Grappa. Sehr nette Leute und allerbester Service. Das Essen war auch verdammt gut. Eine echte Empfehlung. Spät am Abend geht es wieder Richtung Heimat.

Für mich persönlich bedeutet Eisenach und Wartburg auch immer Motorsport und Wartburg Rallye. Dazu habe ich meine ganz eigenen, abenteuerlichen Erfahrungen und Erlebnisse gesammelt. Doch das sollte dann wieder eine andere Geschichte werden.

Bis zum nächsten Blogbeitrag.

LG Dirk

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