Die Geschichte des Le Mans Klassensiegers von 1972

Der Porsche 911 2.5 S/T von 1972 fährt bei den 24 Stunden Rennen in Le Mans einen historischen Klassensieg ein und endet als marodes Wrack auf einem Spielplatz in den USA. Bis vor ein paar Jahren…

Es ist März im Jahr 1972. Jürgen Barth, Mitarbeiter in der Sportabteilung bei Porsche befindet sich auf dem Weg nach Florida. Der Werksfahrer wurde vom US-Rennfahrer Michael Keyser nach Sebring eingeladen. Denn dieser hatte im November des vorangegangen Jahres einen Porsche 911 2.5 S/T bei der Sportabteilung in Stuttgart bestellt. Der Plan sah vor die komplette Langstrecken-Weltmeisterschaft von 1972 zu fahren. Beide bestritten die 12 Stunden von Sebring, fielen aber durch einen Motorschaden aus. Das Straßenrennen Targa Florio auf Sizilien beendeten die zwei Rennfahrer auf den 10. Rang. Und das 1000km-Rennen am Nürburgring fuhren die Porschefahrer auf Platz 13 heim. Beim Höhepunkt der Saison, den 24 Stunden von Le Mans fuhren Keyser und Barth zusammen mit Sylvain Garant. Der Lohn war ein 13. Gesamtrang und der Klassensieg bei den GT-Fahrzeugen bis 3 Liter Hubraum.

Die Spur des Fahrzeugs mit dieser glanzvollen Rennsporthistorie verliert sich über die Jahre.
Aber vor einigen Jahren findet ein Autosammler in den USA einen alten Porsche 911 auf einem Kinderspielplatz. Das Auto befindet sich in einem wirklich erbärmlichen Zustand. Massive Schäden und auf dem ersten Blick nur noch Kernschrott. Wie sich herausstellt handelt es sich um genau den 911 2.5 S/T von 1972. Das Auto wird nach Stuttgart gebracht und den Experten von der Porsche Classic Werkstatt übergeben. Der Auftrag ist klar. Komplettrestaurierung und möglichst wieder in den Originalzustand von damals bringen. Aber selbst für die Fachmänner von Porsche eine echte Herausforderung. Denn das Auto wurde im Laufe seines Lebens auf das spätere G-Modell umgebaut, hatte einen unsachgemäß reparierten Unfallschaden, Verformungen am Tunnel und Längsträger, sowie Korrosion an diversen Teilen und eine irreparable Verformung am Dach. Also hatten auch die Spezialisten mit den Karosseriearbeiten jede Menge zu tun um den Wagen wieder in den Ursprungszustand zu versetzen. Die gestrippte Karosse kommt auf die Richtbank und wird wieder gerade gerichtet. Nach dem Laugenbad sind die Blechspezialisten an der Reihe. Die müssen viel Teil aufwendig in Handarbeit herstellen. Anschließend kommt der Porsche in ein KTL-Bad und bekommt nach der Tauchlackierung seine ursprüngliche Lackierung Hellgelb Code 117 zurück. Nachdem alle Anbauteile am 911 2.5 S/T verbaut sind, erstrahlt der Rennwagen wieder in neuem Glanz.

Solche Geschichten mag ich wirklich sehr. Erst recht wenn es sich um einen Porsche 911 handelt!
Die Story von dem Porsche-Rennwagen zeigt nahezu exemplarisch wie abenteuerlich solch ein Leben als Rennauto sein kann. Und sie zeigt auch, welche ungewöhnlichen Wege damalige Einsatzfahrzeuge im Motorsport gegangen sind. Zumal das stellenweise unfassbar ist, was mit den historisch so wertvollen Motorsportgeräten nach der aktiven Karriere als Rennauto so alles passierte.

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Fotos: Porsche AG

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