Kleine Miniabenteuer für Zwischendurch – Raus in die Natur

Dieser Trip in die Wildnis hat mich doch – ich will es mal so nennen – eiskalt erwischt. Eines der unzähligen, kleinen Abenteuer die mich immer wieder erwarten wenn ich raus in die Natur gehe.

Eiskalt erwischt, weil ich mich von der vorherrschenden Wettersituation im Tal habe leiten lassen. Dummerweise hat die nicht zwangsläufig etwas mit den Gegebenheiten auf dem Berg bzw. in den höheren Lagen zu tun. Mein Fehler. Bei Frühlingshaften Sonnenschein und 5 Grad im Plus war meine Idee, ich könne mit einer leichten Jacke ganz gut auskommen. Wanderschuhe einpacken und los gehts. Nun zeigte sich schon bei der Anfahrt, es wird nach oben immer kälter. So fand ich – zu meiner Überraschung – lediglich 0 Grad oder sogar -1°C in dem Gebiet, was ich erkunden wollte, vor. Und natürlich lag stellenweise noch einiges an Schnee. Was ich nicht vermutet hatte. Denn im Tal ist alles an Schnee weg. Wintermütze und Handschuhe hatte ich die Tage auch schon aus meinem Rucksack geräumt, in dem Glauben diese nicht mehr zu benötigen. Noch ein Fail. Wanderschuhe an, Kamera geschnappt und los gehts. Dann muss es eben ohne warme Winterkleidung gehen. Mach dir warme Gedanken und beweg dich mehr…
Ein Vorteil war dann doch recht schnell für mich erkennbar. Ich habe nicht geschwitzt. Vielleicht war das auch ganz gut.


Wir glauben immer, es müssen die ganz großen Reisen und Abenteuertrips um die halbe Welt sein, die unser Leben lebenswert machen. Ich glaube, auch die kleinen Abenteuer machen das Leben spannender. Wenn ich draußen in der Natur unterwegs sein darf, dann bin ich im Moment. Im Hier und Jetzt. Ich bin im Flow, die Zeit vergeht wie im Flug. Dann fließt die Energie ganz natürlich und meine Frequenz ist auf einem guten Level. Ich nehme in schwierigen Gelände jeden Schritt genau wahr. Und ich überlege mir auch genau ob ich meinen Fuß exakt an diese Stelle setze oder nicht. Ich höre die Vögel auf den Bäumen singen. Ich nehme das Rauschen des Wassers von dem Fluss, der 10 Meter unter mir sich durch das Tal mitten im Wald seinen Weg bahnt, wahr. Bei jedem Schritt, der wohl bedacht ist, höre ich das knisternede Geräusch des Schnees unter meinen Füßen. Ich stehe an diesem steilen Hang, der mich von dem Flusslauf trennt. Denn mein Ziel wäre es runter zu dem Fluss zu kommen. Doch der Hang ist zu steil. Eigentlich wäre dieser Hang nicht das Thema. Die Problematik, dass der Schnee die ganze Angelegenheit sehr rutschig und damit verdammt unsicher macht, kommt erschwerend hinzu. Ein weiterer Nachteil vom Schnee liegt darin, der Boden ist damit bedeckt und man erkennt nicht was sich unter dem Schnee befindet. Gerade im Gelände ein ernstes Thema. Kann gefährlich sein. Also wieder nach oben kraxeln und einen anderen Weg finden. Meine Handschuhe wären sicher auch nicht schlecht gewesen. Am rutschigen Hang mit der Kamera in der einen Hand und mit der anderen Hand im Schnee nach Halt suchen. Das gab mächtig kalte Finger. Aber sie sind noch alle dran. Alles gut!

Diese intensiven Erfahrungen machen es am Ende des Tages aus. Ich bin ganz bei mir und meiner unmittelbaren Umgebung. Ich nehme bewusst wahr. Ich beobachte. Ich halte Ausschau nach geeigneten Motiven. Ich lasse die Umgebung, die Natur auf mich wirken. Ich nehme kleine Begebenheiten als Motiv wahr, die andere nicht erkennen können und achtlos daran vorüber gehen. Ich tauche voll in die Situation ein und kann alles um mich herum vergessen. Ich bin in dem Moment eins mit dem Universum, mit der göttlichen Macht, mit meinem höheren Selbst, mit der Natur. Dabei spielt es keine Rolle, ob das nun in einem Flusstal ein paar Kilometer von meiner Haustür entfernt passiert oder in einem weit entfernten Land. Die Energie ist die gleiche.
Ich bewege mich flussaufwärts und bahne mir immer wieder meine Wege um an das Flussbett zu gelangen. Andere Stellen haben dann mehr Möglichkeiten aufgetan um an den Fluss zu kommen. Es geht immer wieder durch das Unterholz am Ufer und Randgebiet entlang. Ich nutze die Wege durch das Dickicht, die auch die Tiere zum Teil nutzen. Es lassen sich unzählige Spuren erkennen.
Doch die Kälte ist im Wald und im Flusstal dennoch spürbar. Die Sonne kommt zwar an einigen Stellen an, nur mit Wärme hat das nicht viel zu tun. Als ich dann weiter oben aus dem Wald komme und die wärmenden Sonnenstrahlen mich erreichen, geht es gleich viel besser. Was für eine Wohltat und Kontrastprogramm. Unter meinen Füßen stellenweise der kalte Schnee und von oben wärmt mich die Sonne auf. Ich genieße es.

Deine Gedanken zu diesem Thema